Rechtsfolgen nicht durchgeführter Ausschreibungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung

Autor
Lorff, Joachim
Heft
10
Jahr
2010
Seite(n)
402-410
Titeldaten
  • Lorff, Joachim
  • ZESAR - Zeitschrift für europäisches Sozial- und Arbeitsrecht
  • Heft 10/2010
    S.402-410
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Robert Thiele, MBA, BMDS, Berlin
Abstract
Zunächst stellt der Verfasser das vergaberechtliche Primärrechtsschutzsystem dar. Dabei geht er auf die sozialrechtlichen Besonderheiten, wie die Zuständigkeit der Landessozialgerichte als Beschwerdeinstanz und die Regelung des § 69 Abs. 2 S. 3 SGB V, nach der die vergaberechtlichen Vorschriften des GWB unter besonderer Berücksichtigung des Versorgungsauftrages der gesetzlichen Krankenkassen anzuwenden sind, ein. Im Zweiten Teil der Abhandlung behandelt er das Vertragsverletzungsverfahren beim EuGH und die rechtlichen Folgen eines Vertragsverletzungsverfahrens. Hierbei untersucht er, ob ein vom EuGH gegen die Bundesrepublik Deutschland verhangenes Zwangsgeld einer gesetzlichen Krankenkasse übergebürdet werden könnte. Dabei sieht er die Befugnis der Zwangsgeldfestsetzung durch die Aufsichtsbehörde der Krankenkasse nach § 89 Abs. 1 SGB VI als möglichen Ansatzpunkt. Da dieses Zwangsgeld nach dem VwVG jedoch der Höhe nach begrenzt ist, sei dieser Weg im Ergebnis untauglich. Im dritten und letzten Teil stehen sekundärrechtliche Ansprüche im Mittelpunkt. Dabei stellt er die verschiedenen Anspruchsgrundlagen und Tatbestandsvoraussetzungen dar und geht kurz auf den Rechtsschutz unterhalb der Schwellenwerte ein. Abschließend zeigt er unter Bezugnahme auf des Urteil des BSG vom 05.05.2009, B 1 KR 9/08 R, auf, dass die Vorstände einer gesetzlichen Krankenkasse hinsichtlich der Schadens in Folge eines unterbliebenen Vergabeverfahrens aus positiver Verletzung ihres Anstellungsvertrages in Anspruch genommen werden können.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Übernahme eines wirtschaftlichen Risikos als Voraussetzung der Dienstleistungskonzession

Untertitel
Zugleich Besprechung von EuGH, Urt. v. 10. 9. 2009 – Rs. C-206/08
Autor
Hövelberndt, Andreas
Gerichtsentscheidung
EuGH, Urt. vom 10.09. 2009 - C-206/08
Heft
10
Jahr
2010
Seite(n)
599-604
Titeldaten
  • Hövelberndt, Andreas
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 10/2010
    S.599-604
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

EuGH, Urt. vom 10.09. 2009 - C-206/08

Sven Tönnemann, Rechtsanwalt, Hamburg
Abstract
Der Autor befasst sich mit der aktuellen Diskussion um die Abgrenzung von Dienstleistungskonzessionen gegenüber öffentlichen Aufträgen. Hierzu zeichnet er zunächst die Entscheidung des EuGH (Urt. v. 10. 9. 2009 – Rs. C-206/08 „WAZV Gotha”) nach. Er stimmt dem EuGH zu, dass das entscheidende Kriterium die Übertragung eines Risikos auf den Auftragnehmer sei und es darüber hinaus ausreichend sein müsse, wenn der Auftraggeber das für den jeweiligen Tätigkeitsbereich übliche Risiko auf den Auftragnehmer übertragen werde. So dann erläutert der Verfasser die Prüfschritte anhand derer die Abgrenzung zwischen Dienstleistungskonzession und Dienstleistungsauftrag vorzunehmen seien, wobei er im ersten Schritt prüft, worin die Gegenleistung besteht und dann im zweiten Schritt, wie das Risiko verteilt wird. Schließlich dürfe auch das vergaberechtliche Umgehungsverbot nicht verletzt sein.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Vertragsänderungen unter dem Blickwinkel des Vergaberechts

Untertitel
Eine Untersuchung der Umgehungsmöglichkeiten des Vergaberechts durch Vertragsgestaltung
Autor
Poschmann, Verena
Jahr
2010
Seite(n)
405
Titeldaten
  • Poschmann, Verena
  • Duncker & Humblot
    Berlin, 2010
    S.405
    Schriften zum Öffentlichen Recht, Band 1162
  • ISBN 978-3-428-83130-2
Zusätzliche Informationen:
Fachbuch

Ort
Berlin
Reihe
Schriften zum Öffentlichen Recht
Band
1162
ISBN
978-3-428-83130-2
Rezension abgeschlossen
nein

Zwischen den Zeilen …

Untertitel
Gedanken zu ungeschriebenen vergaberechtlichen Prinzipien des Gerichtshofs der Europäischen Union und der Europäischen Kommission
Autor
Wernicke, Stephan
Normen
Art. 14 AEUV, Art. 51 AEUV, Art. 62 AEUV, Art. 106 AEUV, Art. 114 AEUV, § 99 GWB
Heft
5
Jahr
2010
Seite(n)
747 - 754
Titeldaten
  • Wernicke, Stephan
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 5/2010
    S.747 - 754
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Art. 14 AEUV, Art. 51 AEUV, Art. 62 AEUV, Art. 106 AEUV, Art. 114 AEUV, § 99 GWB

Sven Tönnemann, Rechtsanwalt, Hamburg
Abstract
Der Autor nimmt in seinem Beitrag zu Ehren des aus dem Amt scheidenden Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof Uwe Scharen die Entscheidung des X. Senates des BGH vom 1.12.2008 zur Vergabe von Rettungsdienstleistungen als Ausgangspunkt, um die vergaberechtlichen Prinzipien des europäischen Rechts mit denen des nationalen Rechts zu vergleichen. Dabei erläutert der Verfasser die Herleitung des Grundsatzes der Gleichbehandlung und des Nichtdiskriminierungsgebotes sowie deren Verhältnis zum Transparenzgebot. Er stellt die potentiellen Anknüpfungspunkte im AEUV dar und kritisiert, dass der Begriff des Binnenmarkts als Argument an sich verwandt werde. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere das Gebot der Nichtdiskriminierung zwar vom EuGH und der EG-Kommission stets bemüht, aber nicht nachvollziehbar begründet werde. Abschließend fordert der Verfasser mehr Transparenz von den europäischen Institutionen sowohl im Hinblick auf ihre Ziele als auch ihr Handeln.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Vergaberechtswidrige Entgeltumwandlung durch kommunale Arbeitgeber

Autor
Wagner, Olav
Weber, Konrad
Normen
§ 99 Abs. 1 GWB
Zeitschrift
Heft
41
Jahr
2010
Seite(n)
2499-2506
Titeldaten
  • Wagner, Olav; Weber, Konrad
  • BB - Betriebs Berater
  • Heft 41/2010
    S.2499-2506
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 99 Abs. 1 GWB

Robert Thiele, MBA, BMDS, Berlin
Abstract
Der Beitrag befasst sich mit den rechtlichen und praktischen Konsequenzen des Urteils des EuGH vom 15.07.2010, C-271/08 (Kommission-Deutschland). Der EuGH hatte in diesem Urteil Verträge über die betriebliche Altersversorgung von öffentlichen Auftraggebern als vergabepflichtig und die Praxis kommunaler Auftraggeber, die Vertragspartner im Rahmen von Tarifvertragsverhandlungen ohne Ausschreibung im Tarifvertrag festzulegen, als europarechtwidrig eingestuft. Zunächst stellt der Verfasser die wesentlichen Urteilsgründe dar. Anschließend befasst er sich mit den Folgen des Urteils für die bestehenden Verträge. Eingangs geht er der Frage nach, ob die zugrundeliegenden Tarifverträge nach § 134 BGB nichtig sind. Dies lehnt er im Ergebnis ab. Im zweiten Schritt befasst er sich mit den betroffenen Rahmenverträgen zur die betrieblichen Altersvorsorge. Dabei geht er kurz auf die Unwirksamkeitsregelungen der § 101b GWB und § 138 BGB ein. Ausgehend von dem Grundsatz, dass vergaberechtswidrige Verträge zu beenden sind, untersucht er mögliche Rechtsgrundlagen für die Beendigung dieser Verträge. Den Weg über den Wegfall der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) lehnt er ab. Er sieht vielmehr die Möglichkeit und Pflicht einer außerordentlichen Kündigung dieser Verträge. Diese Verpflichtung müsse nach seiner Ansicht jedoch unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes ausgelegt werden. Daher käme eine Beendigung erst nach einem entsprechenden Neuabschluss von Verträgen in Betracht. Eine Ausnahme sieht er für den Fall, dass der Arbeitgeber Mitglied in einer Versorgungskasse ist. Hier führe der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit aufgrund der besonders nachteiligen Folgen, insbesondere für die Einzelverträge, zu keiner Beendigungspflicht, sondern nur zu einem Verbot von Neuabschlüssen. Abschließend erörtert er das Schicksal der Einzelverträge, die auf Grundlage dieser Rahmenverträge abgeschlossen wurden. Er kommt zu dem Ergebnis, dass aus Gründen der Verhältnismäßigkeit hier eine Kündigung nicht erforderlich sei.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Anwendung des Vergaberechts auf Grundstücksverkäufe und städtebauliche Verträge

Untertitel
Endlich Rechts(un)sicherheit durch den EuGH!
Autor
Seidler, Anne-Carolin
Normen
§ 99 Abs. 3 GWB
Heft
9
Jahr
2010
Seite(n)
552-554
Titeldaten
  • Seidler, Anne-Carolin
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 9/2010
    S.552-554
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 99 Abs. 3 GWB

Abstract
Die Autorin betrachtet das Urteil des EuGH “Helmut Müller” (Urt. v. 25.03.2010, Rs. C-451/08), welches zur Frage der Anwendbarkeit des Vergaberechts auf Grundstücksverkäufe der öffentlichen Hand erging. Dazu werden zunächst die Eckpunkte der Entscheidung dargestellt und anschließend einer kritischen Beurteilung unterzogen. Bemängelt wird u. a., der EuGH räume ein, auch ein zweistufiger Vorgang, zu dessen Beginn der Grundstücksverkauf stehe und später erst ein Bauauftrag erteilt werde, könne dem Vergaberecht unterliegen, lasse dann aber offen, unter welchen Umständen die Einheit zweier Verträge anzunehmen sei oder welcher zeitliche Rahmen gelte. Auch werden Probleme im Hinblick auf die Einklagbarkeit der Verpflichtung, das unmittelbare wirtschaftliche Eigeninteresse oder die Entgeltlichkeit der Gegenleistung diskutiert.
Rezension abgeschlossen
ja

Auf der Suche nach den Grenzen des Vergaberechts

Autor
Pietzcker, Jost
Heft
5
Jahr
2010
Seite(n)
1-16
Titeldaten
  • Pietzcker, Jost
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 5/2010
    S.1-16
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Aleksandra Elobied, Rechtsanwältin, Berlin
Abstract
Der Verfasser beschreibt die Ausdehnung des Vergaberechts und die damit verbundenen Nachteile. Er fordert, den Kreis der erfassten Verträge auf das europarechtlich Notwendige zu begrenzen, vor allem im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit und der städtebaulichen Verträge. Als Beispiel für einen gelungenen Ansatz zur Eingrenzung vergabepflichtiger Vorgänge nennt er die In-House-Vergabe und beschreibt die differenzierte Situation im Bereich der sozialrechtlichen Verträge. Im Ergebnis würde für viele Bereiche die Anwendung der Gleichbehandlungsrechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ausreichen.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Die Rechtsprechung des Jahres 2009 zum Architekten- und Ingenieurvertragsrecht – Teil 2

Autor
Neuenfeld, Klaus
Heft
9
Jahr
2010
Seite(n)
543-548
Titeldaten
  • Neuenfeld, Klaus
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 9/2010
    S.543-548
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Aleksandra Elobied, Rechtsanwältin, Berlin
Abstract
In dem Aufsatz werden alle wichtigen Entscheidungen zum Architekten- und Ingenieurvertragsrecht aus dem Jahre 2009 dargestellt. Bezüglich des Vergaberechts wird auf das Verbot eingegangen, die Verantwortung für das Vergabeverfahren auf einen Projektsteuerer zu übertragen. Zudem werden Entscheidungen zum Urheberrecht, zur Kündigung, zur Abnahme des Werks, zu den Pflichten gegenüber dem Bauherrn, insbesondere bezüglich der anerkannten Regeln der Technik, zur Haftung für Planungsfehler und zur Haftungsabgrenzung betreffend Nacherfüllung und Verjährung behandelt.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja