Vergaberechtspflicht der „delegierenden“ öffentlich-rechtlichen Vereinbarung

Autor
Kunde, Martin
Normen
§ 99 Abs. 1 GWB
Gerichtsentscheidung
OLG Düsseldorf, Urt. v. 06.07.2011 – VII-Verg 39/11
EuGH, Urt. v. 19.06.2013 – C-386/11
Heft
9
Jahr
2013
Seite(n)
55-558
Titeldaten
  • Kunde, Martin
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 9/2013
    S.55-558
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 99 Abs. 1 GWB

OLG Düsseldorf, Urt. v. 06.07.2011 – VII-Verg 39/11, EuGH, Urt. v. 19.06.2013 – C-386/11

Dr. Anne Bartsch, Referentin im BMUB, Berlin
Abstract
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit einem kürzlich ergangenen Urteil des EuGH zur Vergaberechtspflicht öffentlich-rechtlicher Vereinbarungen. Auf eine Vorlagefrage des OLG Düsseldorf (06.07.2011 – VII-Verg 39/11) hat der EuGH (19.06.2013 – C-386/11) entschieden, dass eine „delegierende“ öffentlich-rechtliche Vereinbarung (Zweckvereinbarung) zwischen zwei Kommunen jedenfalls dann ein dem Vergaberecht unterfallender öffentlicher Auftrag ist, wenn die Vereinbarung nicht die Wahrnehmung einer gemeinsamen Gemeinwohlaufgabe betrifft und der die Aufgabe in die eigene Zuständigkeit übernehmenden Stelle in der Vereinbarung das Recht eingeräumt wird, sich für die Aufgabenwahrnehmung privater Dritter zu bedienen. Nach anfänglicher Darstellung des Sachverhaltes geht der Autor anschließend zu näheren Erläuterungen und Kritik über. Letztendlich bleibe der EuGH im Rahmen der eigenen Vorgaben vorhergehender Urteile und lasse keinen Zweifel daran, dass innerstaatliches Organisationsrecht keinen Ausweg aus dem europäischen Vergaberecht biete.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Public Private Partnership Contract Management – Still in Need of More Attention?

Autor
Burnett, Michael
Heft
3
Jahr
2013
Seite(n)
217-230
Titeldaten
  • Burnett, Michael
  • EPPPL - European Public Private Partnership Law
  • Heft 3/2013
    S.217-230
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Karsten Voigt, Rechtsanwalt, Hamburg
Abstract
Der Artikel befasst sich mit Ansätzen, wie bei PPP-Projekte für den Auftraggeber ein wünschenswertes Verhältnis zwischen gezahltem Geld und erhaltener Gegenleistung erzielt werden kann. Der Verfasser sieht ein Hauptproblem im nicht idealen Vertragsmanagement und zieht daraus abstrakte Schlüsse für das Vergabeverfahren, vorhersehbare und unvorhersehbare Vertragsänderungen und Vertragsdurchführung.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Rahmenvereinbarungen im Vergaberecht

Autor
Fischer, Thomas
Fongern, Tim
Normen
§ 4 EG
§ 9 SektV
§ 14 VSVgV
Jahr
2013
Seite(n)
550-555
Titeldaten
  • Fischer, Thomas; Fongern, Tim
  • 2013
    S.550-555
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 4 EG, § 9 SektV, § 14 VSVgV

Dr. Stephen Lampert, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, München
Abstract
Der Beitrag stellt die in der Praxis vorkommenden Typen von Rahmenvereinbarungen vor und gibt einen Überblick über Besonderheiten des Vergabeverfahrens. Im Mittelpunkt steht die zweistufige Wirkung einer Rahmenvereinbarung: Auf der ersten Stufe beeinflusst sie die von den Bietern vorzulegenden Angebote, auf der zweiten Stufe ist sie sodann die Grundlage für die Vergabe der Einzelaufträge. Ein Schwerpunkt des Beitrages sind daher die Anforderungen an die Vergabeunterlagen. Für die Verfasser ist es auch nach Streichung des § 8 Nr. 3 Abs. 3 VOL/A a. F. nicht zulässig, leistungsuntypische Risiken auf die Unternehmen abzuwälzen. Dies habe der DVAL nicht beabsichtigt.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Zur unionsrechtskonformen Auslegung des § 101b GWB

Autor
Shirvani, Fardad
Normen
§ 101b Abs. 1 Nr. 1 GWB
Art. 1 Abs. 1 Richtlinie 2007/66/EG
Art. 2 Richtlinie 2007/66/EG
Art. 2a Richtlinie 2007/66/EG
Art. 2d Richtlinie 2007/66/EG
Art. 2e Richtlinie 2007/66/EG
Art. 3 Richtlinie 2007/66/EG
§ 107 Abs. 3 Nr. 1 GWB
§ 101b Abs. 2 GWB
§ 101 Abs. 1 Nr. 2 GWB
Heft
5
Jahr
2013
Seite(n)
669-678
Titeldaten
  • Shirvani, Fardad
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 5/2013
    S.669-678
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 101b Abs. 1 Nr. 1 GWB, Art. 1 Abs. 1 Richtlinie 2007/66/EG, Art. 2 Richtlinie 2007/66/EG, Art. 2a Richtlinie 2007/66/EG, Art. 2d Richtlinie 2007/66/EG, Art. 2e Richtlinie 2007/66/EG, Art. 3 Richtlinie 2007/66/EG, § 107 Abs. 3 Nr. 1 GWB, § 101b Abs. 2 GWB, § 101 Abs. 1 Nr. 2 GWB

Christian Below, kbk Rechtsanwälte, Hannover
Abstract
Der Autor untersucht die nationale Umsetzung der Richtlinie 2007/66/EG, wie sie mit § 101b GWB durch den deutschen Gesetzgeber im Rahmen des Vergaberechtsmodernisierungsgesetzes im Jahr 2009 verabschiedet wurde. Er gibt Auslegungshinweise zu § 101b GWB, die sich aus der Richtlinie ergäben und weist auf Divergenzen zwischen nationaler und europäischer Regelung hin. Dies betreffe u.a. die im nationalen Recht fehlende Befugnis der Vergabekammer, von einer Unwirksamkeitsfeststellung abzusehen, die nach Unionsrecht erforderliche weitere Differenzierung nach der Art des Rechtsverstoßes bei Anwendung der 30-Tage-Frist des § 101b Abs. 2 Satz 1 GWB sowie die Unanwendbarkeit dieser Frist bei Kenntnis von der Unzulässigkeit der Direktvergabe. Der Autor schließt mit Empfehlungen zur Neuregelung, die zur Herstellung der Richtlinienkonformität erforderlich seien.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Stundenverrechnungssätze und prozentuale Aufschläge auf den gesetzlichen Mindestlohn bei Ausschreibungen von Reinigungsdienstleistungen

Autor
Sieme, Stefan
Heft
5
Jahr
2013
Seite(n)
678-685
Titeldaten
  • Sieme, Stefan
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 5/2013
    S.678-685
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Dr. Franz Josef Hölzl , Rechtsanwalt , Berlin
Abstract
Die Beschaffung von Reinigungsleistungen bewegt sich häufig in dem Spannungsfeld von niedrigen Löhnen zur Sicherstellung eines wirtschaftlich konkurrenzfähigen Angebots, der Anforderung „guter qualitativer Leistungserbringung“ und dem Wunsch nach einem verlässlichem Vertragspartner. Der Beitrag beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit den vielfältigen vergaberechtlichen Implikationen des gesetzlichen Mindestlohns, Stundenverrechnungssätzen und (pauschalen) prozentualen Aufschlägen auf den gesetzlichen Mindestlohn bei der Vergabe von Reinigungsdienstleistungen. Die Vorgabe eines gesetzlichen Mindestlohns im Reinigungsgewerbe hat sowohl für die Angebotskalkulation der Bieter als auch für die Auswertung der Angebote durch die Auftraggeber erhebliche Bedeutung, im Einzelnen für die Eignung der Unternehmen sowie für die Auskömmlichkeit und die Wirtschaftlichkeit der Angebote. Auftraggeber gehen bei der Prüfung der Angebote häufig von einer pauschalen Aufschlagsquote bzw. Aufgreifschwelle von 70% auf den gesetzlichen Mindestlohn aus. Der Aktualität wegen sei in diesem Zusammenhang auf das jüngst ergangene und bereits kontrovers diskutierte Urteil des EuGH vom 13.06.2013 in der Rs. C-386/11 zur Frage der zulässigen innerstaatlichen Zusammenarbeit bei der Durchführung von Reinigungsleistungen hingewiesen.
Rezension abgeschlossen
ja

Verhandlungsverfahren: Was geht?

Untertitel
Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Flexibilität in einem Verhandlungsverfahren
Autor
Hölzl, Franz Josef
Normen
§ 97 Abs. 1 GWB
§ 97 Abs. 2 GWB
§ 45 VwVfG
Gerichtsentscheidung
KG NZBau 2013, 533
Heft
9
Jahr
2013
Seite(n)
558-561
Titeldaten
  • Hölzl, Franz Josef
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 9/2013
    S.558-561
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 97 Abs. 1 GWB, § 97 Abs. 2 GWB, § 45 VwVfG

KG NZBau 2013, 533

Dr. Stephen Lampert, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, München
Abstract
Der Beitrag nimmt eine aktuelle Entscheidung des KG zum Anlass, um den aktuellen Stand der Verfahrensgestaltungsmöglichkeiten im Verhandlungsverfahren darzustellen. Er entfaltet dazu die vergaberechtlichen "Kardinalgrundsätze" aus § 97 Abs. 1, 2 GWB und zeigt zu Einzelfragen Argumentationsansätze über die Pressetext-Grundsätze sowie § 45 VwVfG analog auf. Der Verfasser begrüßt die Entscheidung des KG, nach der der Auftraggeber sogar von seinem angekündigten "Regieplan" abweichen und eine weitere Verhandlungsrunde eröffnen kann, wenn dies in transparenter und nicht diskriminierender Weise geschieht. Eine solche Verhandlungsrunde könne aber nicht dazu genutzt werden, um an sich auszuschließende Angeboten noch zu reparieren.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

"Aufhebung der Aufhebung" und Kontrahierungszwang bei der öffentlichen Auftragsvergabe

Autor
Jürschik, Corina
Heft
5
Jahr
2013
Seite(n)
663-669
Titeldaten
  • Jürschik, Corina
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 5/2013
    S.663-669
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Silke Renner, AOK-Bundesverband, Berlin
Abstract
Mit diesem Aufsatz gibt die Autorin einen Überblick über die ergangene Rechtsprechung zu Fragen im Zusammenhang mit der Aufhebung der Aufhebung eines Vergabeverfahrens. Sie stellt die Voraussetzungen für eine rechtmäßige Aufhebung eines Vergabeverfahrens und die Folgen einer rechtwidrigen Aufhebung dar. Dabei berücksichtigt sie nicht nur dogmatische Überlegungen, sondern auch prozessuale Aspekte. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine rechtswidrige Aufhebung eines Vergabeverfahrens nur aufgehoben werden muss, wenn neben die Rechtswidrigkeit der Aufhebung die Tatsache tritt, dass sich der öffentliche Auftraggeber nicht auf einen sachlichen Grund für die Aufhebung berufen kann und seine Beschaffungsabsicht fortbesteht. In seltenen Einzelfällen kann es dabei zu einem Kontrahierungszwang für den öffentlichen Auftraggeber kommen, wenn sich der Vertragsschluss mit einem bestimmten Bieter als einzig rechtmäßige Entscheidung darstellt.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

Arbeitsrechtliche Verpflichtungen in den Tariftreuegesetzen der Länder

Untertitel
Dargestellt am Beispiel des Tariftreue- und Vergabegesetzes Nordrhein-Westfalen
Autor
Windeln, Norbert
Schäffer, Rebecca
Heft
9
Jahr
2013
Seite(n)
279-281
Titeldaten
  • Windeln, Norbert ; Schäffer, Rebecca
  • ArbRB - Arbeits-Rechts-Berater
  • Heft 9/2013
    S.279-281
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Pascal Friton , Freshfields Bruckhaus Deringer LLP , Berlin
Abstract
Der Aufsatz befasst sich mit den arbeitsrechtlichen Implikationen der Tariftreue- und Vergabegesetze der Bundesländer am Beispiel von Nordrhein-Westfalen. Einem Überblick über die einzelnen Vorschriften folgen Ausführungen zur Verpflichtung, einen tarifvertraglichen bzw. vergabespezifischen Mindestlohn zu zahlen. Hierzu merken die Autoren an, dass Zuschläge und Einmalzahlungen zu Kalkulationsproblemen führen können. Sodann wird dargestellt, inwiefern Nachunternehmer der Tariftreue unterliegen und der Equal-Pay-Grundsatz für Leiharbeiter gilt. Die Verfasser gehen schließlich auf weitere Pflichten bezüglich ILO-Kernarbeitsnormen bzw. Frauenförderung sowie auf Kontrollmechanismen ein. Insgesamt bewerten sie die arbeitsrechtlichen Verpflichtungen als "hohe bürokratische Hürden", die Bieter möglicherweise abschrecken.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja

EU-Richtlinie für die Modernisierung des Vergaberechts auf der Zielgraden

Autor
Leinemann, Eva-Dorothee
Dose, Felix
Zeitschrift
Heft
10
Jahr
2013
Seite(n)
98-102
Titeldaten
  • Leinemann, Eva-Dorothee; Dose, Felix
  • Vergabe News
  • Heft 10/2013
    S.98-102
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Dr. Klaus Heuvels , CMS Hasche Sigle , Frankfurt am Main
Abstract
Die Autoren geben dem eiligen Leser einen gedrängten Überblick über die für die Vergabepraxis der klassischen öffentlichen Auftraggeber wichtigsten Neuerungen in der novellierten Vergabekoordinierungsrichtlinie, die dem Unionsvergaberecht in vielerlei Hinsicht eine neue Akzentuierung verleihen. Da das Gesetzgebungsverfahren zur Verabschiedung der neuen EU-Richtlinie noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll und der nationale Gesetzgeber die Vorschriften dann innerhalb von 2 Jahren, also bis Ende 2015, in das nationale Recht umzusetzen hat, tut die Praxis gut daran, sich beizeiten auf die nächste EU-Vergaberechtsreform vorzubereiten. Dies gilt ungeachtet dessen, dass deren konkrete Auswirkungen auf die nationale Vergabepraxis wegen der Umsetzungsspielräume des nationalen Gesetzgebers noch nicht abschließend bestimmt werden können, worauf die Autoren am Schluss ihres Beitrages zu Recht hinweisen.
Rezensent
Rezension abgeschlossen
ja